Begehrte Immobilien - nach welchen Kriterien suchen potenzielle Käufer?

Vielfältige Einflussfaktoren auf den Verkaufspreis von Immobilien

Der Verkaufspreis einer Immobilie wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Es versteht sich von selbst, dass die Größe, das Alter und der Zustand einer Wohnung wesentliche Kriterien bei der Preisgestaltung sind. Die Bedeutung von Standort und Lage ist allgemein bekannt und spielt eine entscheidende Rolle. Dennoch sind eine optimale Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel, die Nähe zu Einkaufsmöglichkeiten, eine ruhige Umgebung sowie die Nähe zum Arbeitsplatz nicht die einzigen Aspekte, die buchstäblich "Gold wert" sein können.
„Die meisten Menschen bevorzugen eine Wohnfläche zwischen 100 und 150 Quadratmetern“, teilt der Immobilienfinanzierer Interhyp mit. Dieser Trend zeigt sich vor allem bei Familien. Hingegen erfreuen sich bei Singles und jungen Paaren Zweizimmerwohnungen mit einer bescheideneren Größe von 60 Quadratmetern besonderer Beliebtheit. Eine gut ausgebaute Infrastruktur und eine verkehrsgünstige Anbindung sind jedoch auch in diesem Fall stets begehrt.

Doch wie lassen sich die "inneren Werte" eines Wohnraums in konkreten Zahlen ausdrücken? Eine kürzlich durchgeführte Analyse von Immowelt liefert hierbei interessante Erkenntnisse. In den letzten zwei Jahren wurden die Immobilienanzeigen der 14 größten deutschen Städte untersucht, um die durchschnittlichen Preisdifferenzen von Wohnungen mit besonderen Merkmalen zu ermitteln. Obwohl keine spezifischen Unterschiede bei den Mietpreisen erfasst wurden, lässt sich davon ausgehen, dass eine vergleichbare Entwicklung auch in diesem Bereich stattfindet.

Als unangefochtener Spitzenreiter erwiesen sich sogenannte Lofts, also umgebaute Gewerbeimmobilien. Oft handelt es sich dabei um ehemalige Industrie- oder Lagerhallen, die durch das Fehlen von Innenwänden gekennzeichnet sind und ein großzügigeres Raumgefühl sowie flexiblere individuelle Gestaltungsoptionen bieten. Die begehrte Nachfrage nach Lofts spiegelt sich in einem stolzen Preisaufschlag von elf Prozent im Vergleich zu einer vergleichbaren "normalen" Wohnung wider.

Ebenfalls begehrt, wenn auch mit einem "nur" 4,9-prozentigen Aufpreis versehen, sind Penthouse-Apartments im obersten Stockwerk eines Gebäudes, die einen großzügigen Blick auf die Stadt bieten. Im Gegensatz dazu sind mehrgeschossige Wohnungen über zwei oder drei Etagen, auch als sogenannte Maisonettes bekannt, mit lediglich 1,4 Prozent Aufpreis noch vergleichsweise kostengünstig zu erwerben.

Die Trennung von Toilette und Bad, wie es gelegentlich bei älteren Gebäuden vorkommt, erweist sich als ziemlich unbeliebt bei Käufern. Selbst in renovierten Immobilien wird diese Aufteilung von vielen als unmodern empfunden, was zu einer erwarteten Kaufpreisminderung von rund 2,2 Prozent führen kann. Im Gegensatz dazu wird eine zusätzliche Gästetoilette sehr positiv bewertet und daher mit einem großzügigen Aufschlag von 4,9 Prozent belohnt, ähnlich wie beim zuvor erwähnten Penthouse.

Ein Aufzug im Gebäude ist nahezu denselben Mehrpreis wert, nämlich 4,8 Prozent – zumindest im Durchschnitt, da die Statistik hinsichtlich des Stockwerks keine Differenzierung vornimmt. Es ist jedoch sicherlich anzunehmen, dass ein Unterschied besteht. Eine Wohnung im fünften Stock ohne Aufzug dürfte bei potenziellen Käufern wohl für deutlich mehr Unbehagen sorgen als eine im ersten Stock.

Interessanterweise führen offene Küchen nach Lofts zu dem zweithöchsten Aufpreis, gemäß der Analyse von Immowelt. Selbst in neueren Gebäuden sind sie nicht immer Standard, gewinnen jedoch zunehmend an Beliebtheit und schlagen sich daher mit einem zusätzlichen Preisaufschlag von 5,4 Prozent nieder. Hierbei ist nicht so sehr eine bereits eingebaute Küche entscheidend, sondern vielmehr der Grundriss. Ähnlich wie bei Lofts schätzen Käufer auch bei offenen Küchen viel freie Fläche und ein luftiges, helles Ambiente. Zudem lässt sich bei Bedarf leicht eine freistehende Kochzeile nachrüsten, sollte eine solche noch nicht vorhanden sein.

Da der Trend eindeutig in Richtung "hell und luftig" geht, überrascht es nicht, dass Terrassen, Balkone und Loggias, die seit jeher beliebt sind, mit einem Aufpreis von 3,7 Prozent belohnt werden. Auch Wintergärten, ebenso wie herkömmliche Gärten, finden weiterhin Anklang und werden mit einem Aufschlag von 3,4 Prozent honoriert.

Wer sich statt einer ansonsten vergleichbaren Standardwohnung etwa ein Loft-Penthouse mit Aufzug, Gästetoilette und Balkon wünscht, müsste demnach in der Summe knapp 30 Prozent Aufpreis einkalkulieren.




Quellen: interhyp.de, immowelt.de, haufe.de, capital.de, wiwo.de, welt.de, rheinpfalz.de